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Grote, U., C. Deblitz, T. Reichert, and S. Stegmann, Umweltstandards und internationale Wettbewerbsfähigkeit: Analyse und Bedeutung - insbesondere im Rahmen der WTO. Agrarökonomische Monographien, Vauk Verlag Kiel 2001

 

Vorwort

Im Zuge der vermehrten Liberalisierung des internationalen Agrarhandels hat auch die Diskussion um Umweltstandards weltweit an Bedeutung gewonnen. Das steigende Interesse an Umweltstandards resultiert aus drei Sorgen: der Sorge des Verlustes an Wettbewerbsfähigkeit in Industrieländern mit hohen Standards; der Sorge in Entwicklungsländern vor neuem verstecken Protektionismus durch Umweltstandards; und der sorge vor einer weitergehenden Zerstörung der Umwelt durch nicht nachhaltige Agrarproduktion. Das vorliegende Buch geht der Frage nach, inwieweit diese Befürchtungen gerechtfertigt sind. Dazu werden zunächst in einem theoretischen Teil die Ergebnisse der bestehenden Literatur zusammengefasst und in den Kontext der Welthandelsorganisation (WTO) gestellt. In einem zweiten empirischen Teil wird anhand von konkreten Fallbeispielen untersucht, inwieweit Umweltstandards die internationale Wettbewerbsfähigkeit tatsächlich beeinflussen.

Das ZEF ist seinen Kooperationspartnern in Brasilien, Indonesien und Deutschland verbunden. Kooperationspartner in Brasilien waren Prof.Geraldo Sant'Ana de Camargo Barros und Dr. Ricardo Shirota vom Centre for Advanced Studies and Applied Economics (CEPEA) der Universität São Paulo. In Indonesien kooperierte ZEF mit Dr. H. S. Dillon und Yadi S.A. Suriadinata vom Centre for Agricultural Policy Studies (CAPS) in Jakarta, und in Deutschland waren Prof. Dr. Folkhard Isermeyer und Dr. Claus Deblitz vom Institut für Betriebswirtschaft, Agrarstruktur und ländliche Räume der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig Kooperationspartner.

Die Analysen zeigen, dass die untersuchten Entwicklungsländer bei Agrarprodukten keineswegs in den kodifizierten Umweltstandards in wettbewerbsverzerrender Weise hinter den Industrieländern stehen. DIe auf Unterschiede in Standards zurückgehenden Kostenunterschiede sind auf Produktionsebene gering. Allerdings ist die Verletzung von gesetzlichen Regelungen weit verbreitet. Hilfe zur Stärkung von Rechts- und Verwaltungssystemen würde Umweltschutz und Wettbewerbsgerechtigkeit dienen. Der grundlegende Unterschied in der Wettbewerbsfähigkeit liegt in der Entlohnung von Arbeit in der Landwirtschaft. Deshalb geht Protektionismus auch primär zu Lasten von armen Unterbeschäftigten, insbesondere im ländlichen Raum der Entwicklungsländer.

Bonn, im Februar 2001

Joachim von Braun

 

 
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